Aktuelles - Detailansicht

Mittwoch, 14. Juni 2017

E-Mobility im Realitätscheck – Thema des 21. Symposiums

Auch das 21. Symposium für Versorgungswirtschaft in Schleswig-Holstein hatte sich wieder ein hochaktuelles Thema auf die Fahnen geschrieben – E-Mobility. Von der Politik ambitioniert und mit hochgesteckten Zielen vorangetrieben, kommt es in der Realität ins Stocken. Woran liegt es? Eine Frage, die am 12. Juni zwischen Masterstudenten, Vertretern der Wirtschaft und Experten wieder intensiv diskutiert wurde.

 

Eine Million Elektroautos sollen in 2020 über die deutschen Straßen rollen, so das Ziel der Bundesregierung. Laut Statista (www.statista.com) betrug die Anzahl der Wagen mit Elektroantrieb im Januar 2017 gerade mal 34.000. Da ist noch recht viel Luft nach oben. Dass es auch anders geht, zeigten die Vorträge der Masterstudierenden der Fachhochschule Kiel. Mit attraktiven Steuervorteilen hat es Norwegen immerhin auf einen Anteil von 23 % an elektrisch betriebenen Fahrzeugen bei den Neuzulassungen gebracht. Auch in Österreich sind die Zulassungszahlen für Elektromobile deutlich höher. „Hier läuft der Anreiz ebenfalls über Steuervorteile, so sind Autos mit Elektroantrieb von der Mehrwertsteuer befreit“, berichtet Christian Klaiber von der Initiative ZukunftsMobilität in Baden-Württemberg in seinem Vortrag. Aber auch in Deutschland gibt es innovative Gemeinden, die mit Eigeninitiative und modernen Ideen die Energiewende vor Ort antreiben. So stellten der Bürgermeister von Sprakebüll, Karl-Richard Nissen, und Christian Andresen, Geschäftsführer von Solar-Energie Andresen GmbH aus Sprakebüll, ihr Konzept zur Förderung der Elektromobilität vor. Die Gemeinde produziert 20 Megawatt regenerativen Strom über Windpark-, Photovoltaik- und Biogasanlagen. Da das örtliche Leitungsnetz für die Aufnahme dieser Menge noch nicht ausgelegt ist, wird leider noch ein Großteil der Energie ungenutzt abgeleitet. Um den Verbrauch in der Gemeinde selbst zu steigern, haben die Sprakebüller ein Projekt zur Förderung der Elektromobilität ins Leben gerufen. Wer sich am Windpark beteiligt und ein Elektroauto kauft oder least, erhält einen monatlichen Zuschuss von 100 € aus den Erträgen des Windparks. Das hat die Zahl der elektrisch betriebenen Fahrzeuge von 20 auf immerhin 35 erhöht. In Sprakebüll mit 240 Einwohnern kommt damit auf jeden siebten Einwohner ein Elektroauto.

 

„Es war ein interessanter und sehr kurzweiliger Nachmittag, der das Thema Elektromobilität aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und fortschrittliche Ansätze zur Förderung der Elektromobilität vorgestellt hat“, resümiert Michael Knitter, Prokurist der IPP ESN Power Engineering, der durch das Programm geführt. „Mich freut es auch immer wieder zu sehen, mit welchen Ideen und Ansätzen sich die Studentinnen und Studenten neuen Themen nähern und diese dem interessierten Publikum zur Diskussion stellen“, so Herbert Jacobs, Initiator der Veranstaltungsreihe und Berater für ESN EnergieSystemeNord GmbH.